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Abhängigkeitspotenzial - Medizin-News-Lexikon

Abhängigkeitspotenzial

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Fähigkeit einer psychotropen Substanz, die das Verhalten einer Person zum unbeabsichtigten erneuten Konsums herbeiführt, charakterisiert man als Abhängigkeitspotenzial oder Suchtpotenzial. Das Abhängigkeitspotential beruht unter anderem auf der Wirkung der Substanz auf den Stoffwechsel (körperliche Abhängigkeit) und auf der Stärke des durch die Substanz bewirkten Wohlgefühls (Belohnungsfaktor) bzw. der Stärke der erwünschten Wirkung (psychische Abhängigkeit).

Inhaltsverzeichnis

Unterschiedliche Abhängigkeitspotenziale

Psychotrope Substanzen besitzen unterschiedliche Abhängigkeitspotenziale. Viele Substanzen haben nur ein psychisches Abhängigkeitspotenzial andere hingegen haben zusätzlich auch ein großes physisches (z.B. Heroin, Alkohol).

Das Abhängigkeitspotential von suchterzeugenden Substanzen mit sehr kurzer und sehr langer Halbwertszeit soll, nach einer Theorie von Hollister (1978), niedriger sein. Es wird angenommen, dass bei schnell anflutenden Substanzen das Abhängigkeitspotenzial am höchsten ist.

Alkohol

Alkohol hat ein großes körperliches und psychisches Abhängigkeitspotenzial. Die körperliche Alkoholabhängigkeit entwickelt sich, im Unterschied zu Nikotin oder Heroin, erst nach einem langzeitig erhöhten Alkoholkonsum. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) e.V.

Cannabis

Cannabis kann sehr starke psychische Abhängigkeit erzeugen. Das psychische Abhängigkeitspotenzial kann stark von sozialen Faktoren und vom Alter der Konsumenten mitbestimmt werden (Cannabis/Suchtgefahr). Es gibt die Annahme, das die körperlichen Entzugssymptome Anzeichen einer leichten köperlichen Abhängigkeit sind. [1] [2] [3] [4] Die meisten Quellen gehen von keiner körperlichen Abhängigkeit aus. [5][6]

Crack

Crack (rauchbares Kokain) besitzt ein hohes psychisches Suchtpotenzial. Bei dauerhaftem Gebrauch sind auch körperliche Abhängigkeitssymptomatiken zu beobachten, weil bio-chemische Prozesse im Körper verändert werden (z.B. körpereigene Dopamin-Produktion). [7]

Ecstasy

Ecstasy hat ein geringes körperliches Abhängigkeitspotenzial. Das psychische Abhängigkeitspotenzial ist dagegen als mittelgradig bis hoch einzustufen. [8]

Heroin

Heroin zählt zu den Substanzen mit dem höchsten körperlichen und psychischen Abhängigkeitspotenzial überhaupt. (Heroin/Abhängigkeit)

Lebensmittel

Auch Lebensmittel können abhängig machen, z.b. Zucker. Nach dem Verzehr von Zucker werden Glückshormone freigesetzt [9]. Das kann zu einer Abhängigkeit führen. Bei der Verdauung bestimmter Milchproteine entsteht Casomorphin, das den Opiaten ähnelt und Abhängigkeit erzeugen kann. In Tierversuchen zeigten Mäuse, die viel Fast Food zu essen bekamen, das gleiche Abhängigkeitsverhalten, das bei heroinabhängigen Menschen beobachtet wurde, auch mit Entzugserscheinungen wie Zittern und Zähneklappern. [10] [11]

Medikamente

Etwa 4-5% der Medikamente besitzen ein Missbrauchs- oder Abhängigkeitspotenzial. [12]. Dies trifft insbesondere für Psychopharmaka wie Antidepressiva, Neuroleptika, Tranquillantien, Psychostimulantien und Halluzinogene des Weiteren für Analgetika – insbesondere opioidhaltige und Mischanalgetika - und codeinhaltige und andere Kombinationspräparate zu. Das Verschreibungsverhalten der Ärzte kann das Abhängigkeitspotenzial von Medikamenten erhöhen. [13] Patienten erwarten von Medikamenten meist eine positive Wirkung, daher kann es unter Umständen schwer sein, das Gefahrenpotenzial hinsichtlich eines Missbrauches oder einer Abhängigkeit bei der Einnahme richtig einzuschätzen, besonders wenn sie von einem Arzt verschrieben werden.

Nikotin

Tabakproduzenten wissen seit Jahrzehnten vom hohen Abhängigkeitspotenzial des im Tabak enthaltenen Nikotins, das Potenzial wurde sogar durch chemische Behandlung bewusst erhöht. [14] [15] Laut einer Veröffentlichung der Weltgesundheitsorganisation sind Tabakprodukte die einzigen frei verfügbaren Konsumgüter, die bei einem Großteil ihrer Konsumenten eine Abhängigkeit, Krankheit oder Tod erzeugen. [16]

Substanzen mit dem höchsten Abhängigkeitspotenzial

Die Substanzen mit dem höchsten körperlichen Abhängigkeitspotenzial sind Heroin und Nikotin [17], beide können bereits nach einmaligem Konsum bzw. nach sehr wenigen Konsumeinheiten Abhängigkeit erzeugen. Oft reichen 1-2 Zigaretten aus [18] [19] [20]. Mit das höchste psychische Abhängigkeitspotenzial besitzt Crack.

Literatur

  • G. Glaeske, Psychotrope und andere Arzneimittel mit Missbrauchs- und Abhängigkeitspotential, In: Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren. Jahrbuch Sucht 2000 (Neuland, Geesthacht, 1999)

Siehe auch

Quellen

  1. ↑ sfa-ispa.ch
  2. ↑ http://www.drugcom.de/bot_faq_sub-2_idx-10.html Drugcom.de
  3. ↑ feelok.ch
  4. ↑ bzga.de
  5. ↑ partypack.de
  6. ↑ dhs.de Deutsche Hauptstelle f. Suchtgefahren
  7. ↑ Uni Bremen, Crack
  8. ↑ Uni Dortmund, Ecstasy
  9. ↑ 3Sat,de
  10. ↑ Naturkost.de
  11. ↑ aerztlichepraxis.de
  12. ↑ bundesaerztekammer.de
  13. ↑ bundesaerztekammer.de
  14. ↑ [1]
  15. ↑ nichtraucher-kids.de
  16. ↑ Tabakkontrolle.de - Webseite der WHO
  17. ↑ [2]
  18. ↑ [3]
  19. ↑ [4]
  20. ↑ [Allen Carr: Endlich Nichtraucher ISBN-10: 3442136644 Verlag: Goldmann]

Weblinks

Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Quellenhinweis: Basis dieses Artikels ist ein Aufsatz aus WIKIPEDIA, der freien Enzyklopaedie. Diesen Artikel sowie Autorenhinweise finden Sie unter folgendem Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Abh%C3%A4ngigkeitspotenzial“

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