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Begründung: Theoriefindung und Werbung für ein Buch. Codeispoetry 22:16, 18. Apr. 2007 (CEST)
Definition
Der Boreout ist das Gegenteil des Burnout-Syndroms. Er besteht aus den Elementen Unterforderung, Desinteresse und Langeweile. Hinzu kommen Verhaltensstrategien, die helfen sollen, bei der Arbeit beschäftigt zu wirken, obwohl dies gar nicht der Fall ist.
Personen, die einen Boreout haben, sind mit ihrer Situation am Arbeitsplatz unzufrieden. Paradoxerweise verlängern sie diesen Zustand der Unzufriedenheit mit den erwähnten Strategien, anstatt ihre Situation zu analysieren und Schritte zur Verbesserung einzuleiten.
Oft ist zu beobachten, dass in einem Team sowohl der Boreout als auch der Burnout vorkommen: Ein Teammitglied erledigt sämtliche Arbeit (Burnout), während die anderen Teammitglieder zu wenig Arbeit erhalten (Boreout).
Der Boreout ist nicht das Gleiche wie Faulheit. Wer einen Boreout hat, der möchte arbeiten, sucht Herausforderung und Anerkennung. Vielmehr wird ein vom Boreout betroffener faul gemacht, z.B. weil sein Vorgesetzter ihm keine oder nur langweile Aufgaben überträgt.
Drei Elemente des Boreout
Unterforderung: Einerseits kann ein Arbeitnehmer quantitativ unterfordert sein: Er bekommt nicht genug Arbeit. Andererseits kann er qualitativ unterfordert sein: In diesem Fall bekommt er nicht genug spannende und herausfordernde Arbeit (also wenn er zum Beispiel nur die einfachsten Dinge erledigen darf, d.h. für seine Stelle überqualifiziert ist). Unterforderung beschreibt also das Gefühl, mehr leisten zu können, als von einem gefordert wird.
Desinteresse: Beim Desinteresse steht die fehlende Identifikation entweder mit dem Unternehmen oder mit der Industrie, in der man tätig ist, im Vordergrund. Man verliert das Interesse an seinen Aufgaben. Die Aufgaben und die Probleme des Unternehmens werden für den Arbeitnehmer völlig irrelevant, sie sind ihm gleichgültig.
Langeweile: Der der Langeweile geht es um Lustlosigkeit und um einen Zustand der Ratlosigkeit, weil man nicht weiss, was man tun soll, weil es nichts zu tun gibt. Langeweile ruft beim Arbeitnehmer ein Gefühl der Ratlosigkeit und Verzweiflung hervor.
Boreout-Strategien
Die Boreout-Strategien helfen, bei der Arbeit beschäftigt und ausgelastet zu wirken. Während jemand, der am Burnout leidet, wirklichen Stress erlebt, kommuniziert ein Boreout-Betroffener Stress nur. Die Strategien haben folgende Ziele: 1. Sich zusätzliche Arbeit vom Leibe zu halten, 2. zu freier Zeit für sich selber am Arbeitsplatz zu kommen und 3. den Job nicht zu verlieren.
Beispiele:
Die Dokumentenstrategie: Der Arbeitnehmer sitzt vor seinem Computer, starrt in den Bildschirm und plant z.B. seine nächsten Ferien. Kommt der Chef vorbei, wechselt er einfach die Bildschirmansicht mit einem einfachen Tastenbefehl auf ein geschäftliches Dokument.
Die Komprimierungsstrategie: Bei dieser Strategie versucht der Mitarbeiter, eine ihm übertragene Aufgabe so schnell wie möglich zu erledigen. Ist er fertig, kommuniziert er dies jedoch nicht, sondern nutzt die gewonnene freie Zeit für private Dinge. Der Chef denkt weiterhin, er sei mit der Aufgabe völlig ausgelastet.
Die Lärmstrategie: Wenn der Arbeitnehmer merkt, dass er wieder einmal ein Lebenszeichen von sich geben sollte, öffnet er eine Email und tippt wahllos auf seiner Tastatur umher. Das macht Lärm und hinterlässt den Eindruck, man sei fleissig am Arbeiten.
Boreout-Paradox
Wer einen Boreout hat, ist unzufrieden mit seiner Situation am Arbeitsplatz, da er zu wenig leisten kann und keine Anerkennung erhält. Paradoxerweise erhält er diesen Zustand der Unzufriedenheit mit Strategien am Leben, da er mit der Zeit die Energie verliert, um die Situation zu ändern. Damit verbunden ist die populäre Vorstellung, freie Zeit bei der Arbeit sei erstrebenswert.
Ursachen und Symptome
Es gibt zwei Ursachen für einen Boreout: Entweder arbeitet man in einem Beruf, der einen nicht interessiert, man hat z.B. die falsche Ausbildung gemacht. Oder man arbeitet am falschen Ort, wo dass Arbeitsumfeld nicht stimmt und der Chef z.B. keine oder nur langweilige Arbeit delegiert. Die Symptome sind ähnlich wie beim Burnout: Müdigkeit, Lustlosigkeit, Gereiztheit und Frust. Es können sich gar Anzeichen einer eigentlichen Depression bemerkbar machen.
Begriffsgeschichte und Verbreitung
Der Boreout wurde im März 2007 in der Publikation Diagnose Boreout“ präsentiert. Die Theorie der beiden Autoren Philippe Rothlin und Peter R. Werder wird in den Medien und im Internet ausführlich diskutiert. Basis der Theorie sind die Studien von Malachowski, Gallupund Kelly Services.
Weblinks