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Gastritis - Medizin-News-Lexikon

Gastritis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Gastritis (lat., dt. Magenschleimhautentzündung) ist eine Krankheit des Magens. Man unterscheidet zwischen akuter und chronischer Gastritis.

Inhaltsverzeichnis

Akute Gastritis

Pathogenese

Die akute Gastritis tritt plötzlich auf, meist kann ein Bezug zum auslösenden Mechanismus hergestellt werden. Die Entstehung der akuten Gastritis ist oft verbunden mit übermäßiger Einnahme von NSAIDs (nicht steroidalen anti-inflamatorischen Medikamenten wie Acetylsalicylsäure), Antibiotika, Lebensmittelvergiftungen, starkem Alkoholkonsum, starkem Rauchen, Stress, schweren Verletzungen und Verätzungen durch Säuren und Laugen. Diese Faktoren zerstören die schützende Schleimschicht oberhalb der Magenschleimhaut, sodass die Magensäure Ulzerationen der Magenwand hervorruft. Die akute Gastritis ist gekennzeichnet durch das Einwandern von neutrophilen Granulozyten.

Symptomatik

Die Symptome einer Gastritis können Bauchschmerzen sein, die oft fehlgedeutet und daher nicht richtig diagnostiziert werden. Weil der Schmerz auch hinter dem Brustbein wahrgenommen werden kann, kommt es zu Überschneidungen mit den Symptomen anderer Erkrankungen, z.B. des Herzens, was die Diagnose erschweren kann. Häufig zeigen sich jedoch Schmerzen, die nach dem Essen zunächst besser werden (vermutlich durch die Abpufferung der Magensäure), um dann mit der alten Heftigkeit zurückzukehren. Symptome einer Gastritis können weiterhin unspezifische Zeichen wie Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen sein. Weiterhin kann es durch Blutungen zu Teerstuhl und Bluterbrechen kommen, was möglicherweise sogar zu einer Anämie führen kann.

Therapie

Die Behandlung der akuten Gastritis ist abhängig von der Schwere der Entzündung. Es werden Antazida (Medikamente, die die Magensäure neutralisieren), Protonenpumpenhemmer und Antihistaminika (beides Medikamente, die die Produktion der Magensäure vermindern) gegeben. Die Beseitigung der Ursache wie zum Beispiel Medikamentenmissbrauch oder Stress ist wichtig. Wenn nicht ausreichend therapiert wird, besteht die Gefahr, daß sich eine chronische Gastritis oder ein Magengeschwür (Ulkus) entwickelt.

Chronische Gastritis

Pathogenese

Diese kann viele Ursachen haben. Die chronische Gastritis wird in mehrere Kategorien aufgeteilt:

  • Die A(utoimmun)-Gastritis ist eine Autoimmunkrankheit, deren Ursache noch nicht völlig aufgeklärt ist und macht etwa 5% der chronischen Gastritiden aus. Die A-Gastritis kann zu einem Vitamin B12-Mangel führen.
  • Die B(akterielle)-Gastritis wird durch das Bakterium Helicobacter pylori verursacht. Sie ist die häufigste Form der chronischen Gastritis. Der Erreger dieser Infektionskrankheit wurde von Robin Warren und Barry Marshall 1983 identifiziert und mit der Erkrankung in Verbindung gebracht. Für diese Entdeckung wurden sie im Jahre 2005 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Das Bakterium produziert eine Große Menge des Enzyms Urease, welches in der Lage ist, Harnstoff in Ammoniak und CO2 zu spalten. Durch den basischen Ammoniak wird die Magensäure neutralisiert. Dies sichert dem Bakterium das Überleben. Das Einnisten in der Schleimschicht des Magens hat jedoch eine chronische Immunreaktion zur Folge, die die Magenschleimhaut vermutlich zerstört. Die Pathogenese ist nicht vollständig bekannt.
  • Die C(hemische)-Gastritis wird durch Reizung durch chemische Substanzen verursacht. Bestimmte chemische Substanzen können die Magensäureproduktion anregen, oder die Schutzschicht der Magenschleimhaut schwächen. Regelmäßiger Alkohol- oder Nikotin-Missbrauch kann zum Beispiel eine C-Gastritis hervorrufen.
  • Die D-Gastritis fasst diverse Sonderformen zusammen. Hierunter fällt die Gastritis durch seltene Erreger, die Morbus Crohn-Gastritis, kollagene Gastritis etc.
  • Die R-Gastritis ist Refluxbedingt (häufiges Sodbrennen).

Die Pathogenese ist ähnlich der der aktuen Gastritis, jedoch kommt es schleichend zum Fortschreiten der Krankheit.

Symptomatik

Symptome für die chronische Gastritis sind unspezifisch, Unwohlsein, Bauchschmerzen und Erbrechen. Auch hier bessern sich die Beschwerden oft nach dem Essen, um dann erneut, oft sogar stärker, wiederzukehren.

Therapie

Die Therapie erfolgt ähnlich der akuten Gastritis. Bei der A-Gastritis werden die Parietalzellen zerstört, die den Intrinsic-Faktor bilden. Daher ist die Aufnahme von Vitamin B12 gestört und muss lebenslang substituiert werden. Zur Eradikation des H. pylori bei der B-Gastritis stehen verschiedene Therapie-Konzepte zur Verfügung. Diese bestehen meistens aus einer Dreifachtherapie mit einem Protonenpumpenhemmer und zwei Antibiotika, die je nach Schema über einen Zeitraum von 7-10 Tagen eingenommen werden müssen. Eine Gastritis - gerade die B-Gastritis - stellt eine Präkanzerose dar, d.h. die Wahrscheinlichkeit zur Ausbildung eines Magenkrebses ist erhöht. Dies erfordert möglicherweise eine chirurgische Intervention.

Weblinks

Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Quellenhinweis: Basis dieses Artikels ist ein Aufsatz aus WIKIPEDIA, der freien Enzyklopaedie. Diesen Artikel sowie Autorenhinweise finden Sie unter folgendem Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Gastritis“

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