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Gliedergürteldystrophie - Medizin-News-Lexikon

Gliedergürteldystrophie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Unter dem Begriff Gliedergürteldystrophie (engl. limb-girdle muscular dystrophy, LGMD) wird eine heterogene Gruppe genetisch bedingter, fortschreitender Muskelerkrankungen (Myopathien), die insbesondere die Muskulatur des Schulter- und Beckengürtels betrifft, zusammengefasst. Mit fortschreitender Erkrankung können auch die Extremitäten betroffen sein, so dass ein Verlust der Gehfähigkeit auftreten kann. Der Beginn der Erkrankung reicht vom Kleinkindes- bis in das hohe Erwachsenenalter und es sind sowohl milde als auch schwere Verläufe möglich. Mit etwa 8-11 Erkrankungen auf 1.000.000 Einwohner sind diese Erkrankungen sehr selten. [1]

Inhaltsverzeichnis

Ursachen

Die Gliedergürteldystrophien werden durch Gendefekte auf verschiedenen Chromosomen verursacht. Diese führen zu struktureller Abweichung, zum Mangel oder zum völligen Fehlen von verschiedenen Muskelproteinen, was zu einer chronischen Schädigung der häufig beanspruchten Muskelfasern führt. Leitsymptom ist die zunehmende Schwäche und der sichtbare Schwund der betroffenen Muskelpartien. Es sind autosomal-dominante Erbgänge bekannt (LGMD Gruppe 1), der Großteil der Erkrankungen wird jedoch autosomal-rezessiv vererbt (LGMD Gruppe 2).

Einteilung

Die heute übliche Einteilung basiert auf der Klassifikation der molekulargenetisch nachweisbaren Genmutationen bzw. der veränderten Proteine.

Diagnose

In der Ableitung der elektrischen Muskelaktivität (Elektromyografie, EMG) finden sich unspezifische Hinweise auf eine chronische Muskelschädigung (Myopathie). Durch bildgebenden Verfahren wie die Computertomografie (CT) oder die Magnetresonanztomografie (MRT) lassen sich besonders befallene Muskelgruppen darstellen. Labordiagnostisch ist eine deutlich erhöhte Creatinkinase auffällig. Bei entsprechenden Verdacht durch klinische Symptome helfen meist molekulargenetische Untersuchungen, die Diagnose zu sichern.

Therapie

Da es sich um Erbkrankheiten handelt, ist eine ursächliche Therapie bis heute noch nicht möglich. Die symptomatische Behandlung konzentriert sich auf krankengymnastische Maßnahmen zum Erhalt der Muskelkraft und zur Schulung von Alltagsbewegungen, einer Hilfsmittelversorgung in Form von Schienen (Orthesen) oder einem Rollstuhl sowie der symptomatischen Therapie bei Reizleitungsstörungen des Herzen oder anderen Herzbeteiligungen. Bei Fehlstellungen der Füße oder der Wirbelsäule kommen insbesondere zur Wiederherstellung der Gehfähigkeit auch operative Behandlungsmaßnahmen in Frage.

Quellen

  1. ↑ a b U. Schara, W. Mortier: Neuromuskuläre Erkrankungen (NME). Teil 2: Muskeldystrophien (MD). In: Monatsschrift Kinderheilkunde 2003; 151:1321-1341

Links

  • [1] Ausführliche Informationen einer neurologischen Rehabiltationsklinik zu den unterschiedlichen Formen der Gliedergürteldytrophien
  • [2] Site es Zentrums für neuromuskuläre Erkrankungen an der Washington University in St. Louis mit ausführlichen Informationen und vielen histologischen Bildern (auf englisch)
  • [3] Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e. V.
Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Quellenhinweis: Basis dieses Artikels ist ein Aufsatz aus WIKIPEDIA, der freien Enzyklopaedie. Diesen Artikel sowie Autorenhinweise finden Sie unter folgendem Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Gliederg%C3%BCrteldystrophie“

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