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Halsfistel - Medizin-News-Lexikon

Halsfistel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Halsfisteln und Halszysten entstehen durch Fehlentwicklungen der Eingeweide des Halses. Man unterscheidet mediane Halszysten auf der Mittellinie des Halses und laterale oder branchiogene Fisteln in der Umgebung des Musculus sternocleidomastoideus.

Inhaltsverzeichnis

Mediane Halszysten

Mediane Halszysten entstehen aus Residuen des Ductus thyreoglossus. Beim Abstieg der Schilddrüsenanlage nach kaudal bildet sich eine Verbindung zum Schlunddarm, der Ductus thyreoglossus. Verschließt sich dieser Gang nicht vollständig, so verbleiben mediane Halszysten (Bochdalek-Zyste). Sie bilden sich bevorzugt am Zungenbein, da dies ein Hindernis beim Abstieg darstellt. Dabei kann der Verbindungsgang vor dem, hinter dem oder durch das Zungenbein entlangführen. Mediane Halsfisteln sind ursprünglich Halszysten, die Verbindung nach außen erhalten haben. Diese Verbindung nach außen entsteht in der Regel durch Infektion oder chirurgische Manipulation, sie ist nie primär vorhanden.

Diagnostik

Die mediane Halszyste wird meist als prallelastische Schwellung in der Halsmitte getastet. Beim Schlucken bewegt sie sich meist nach oben. Im Ultraschall kann ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum gesehen werden.

Therapie

Aufgrund der Gefahr der Infektion mit nachfolgender Fistelbildung wird die Zyste nach Diagnosestellung in der Regel chirurgisch entfernt. Dabei muss der mittlere Anteil des Zungenbeins auch entfernt werden. Ist die Zyste bereits infiziert, so muss die Infektion zunächst ausbehandelt werden, bevor in einem zweiten Anlauf die Zyste entfernt wird.

Laterale Halsfisteln / Branchiogene Fisteln

Laterale Halsfisteln oder branchiogene Fisteln sind Überreste der Kiemenbögen, von denen 4 Paare zwischen der 4. und 8. Woche der Embryonalentwicklung entstehen. Der erste Bogen formt später Unterkiefer, Teile des Oberkiefers, das äußere Ohr und Teile des Innenohres. Fisteln aus diesem Bogen sind selten.

Am häufigsten ist der Überrest des zweiten Kiemenbogens. Bei der Entwicklung des Halses wächst der zweite Kiemenbogen über den dritten und vierten und verschmilzt mit der Herzanlage. So bildet sich der Sinus cervicalis. Der Bogen formt die Rachenmandeln, sowie die Grube der Tonsillen. Entsprechend gehen Fisteln, die aus diesem Gang entstehen, aus dem Rachenraum (Region der Tonsillen) durch die Halsweichteile entlang der Halsschlagader, nach außen zur Haut meist im mittleren bis unteren Drittel des Musculus sternocleidomastoideus. Eine komplette Fistel kann an der Haut Speichel entleeren.

Der dritte Bogen bildet die unteren Nebenschilddrüsen und den Thymus, der vierte Bogen die oberen Nebenschilddrüsen. Zystische Überbleibsel des dritten Bogens können die Luftröhre eindrücken und die Atmung behindern. Überbleibsel des vierten Bogens kommen nur sehr selten vor.

Diagnostik

Die laterale Halsfistel fällt häufig durch eine kleine Öffnung seitlich am Hals auf, aus der klares Sekret (Speichel) fließt. Ist der Gang inkomplett kann eine prallelastische Schwellung, die laterale Halszyste, über dem Musculus sternocleidomastoideus gefühlt werden. Überbleibsel der anderen Kiemenbögen zeigen sich als Öffnungen oder Schwellungen am Hals bzw. Kiefer oder Wange. In unklaren Fällen können radiologische Untersuchungen (CT, NMR) weiterhelfen.

Therapie

Wie bei der medialen Halszyste sollten auch die lateralen Halsfisteln aufgrund der Infektionsgefahr operiert werden.

Quellen

  • P. Puri und M. Höllwarth: Pediatric Surgery. Springer 2006, S. 3-12
Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Quellenhinweis: Basis dieses Artikels ist ein Aufsatz aus WIKIPEDIA, der freien Enzyklopaedie. Diesen Artikel sowie Autorenhinweise finden Sie unter folgendem Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Halsfistel“

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