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Hypophysenadenom - Medizin-News-Lexikon

Hypophysenadenom

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Die Artikel Hypophysenvorderlappenadenom und Hypophysenadenom überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zu vereinigen. Die Diskussion über diese Überschneidungen findet hier statt. Bitte äußere dich dort, bevor du den Baustein entfernst. Density 16:58, 20. Jul 2006 (CEST)

Hypophysenadenome sind gutartige Tumoren aus den parenchymalen Zellen des Hypophysenvorderlappen (Adenohypophyse). Sie machen 10-15 % aller intrakraniellen Neubildungen aus. Frauen sind häufiger als Männer betroffen, 1,5:1.

Messen sie weniger als 1 cm im Durchmesser werden sie klinisch als Mikroadenom bezeichnet. Wenn sie Hypophysenhormone ausschütten, können sie in diesem Stadium durch die Hormonnebenwirkungen erkannt werden. Größere Tumore bezeichnet man als Makroadenom; diese sind in der Regel aufgrund ihrer ballonförmigen Ausbreitung auf radiologischen Aufnahmen gut sichtbar und können die darüber liegende Sehnervenbahn schädigen und dadurch Sehstörungen auslösen. Kleinere, asymptomatische, hormoninaktive Adenome (Null-Zell-Adenome) können in Autopsieen bis zu 20 % aller Fälle ausmachen.

In Hypophysenadenomen beobachtet man in 10% der Fälle zystische Auftreibungen (Blasen) oder nekrotische (abgestorbene) Abschnitte. Kalkablagerungen werden in der Regel mit Prolactin-bildenden Adenomen in Verbindung gebracht. Mikroskopisch beobachtet man monomorphe, epitheliale Zellen mit einem Netzwerk aus Kapillargefäßen. Die Zellkerne sind rund bis oval und enthalten ein Salz-und Pfefferartiges Chromatingerüst.

Nebenwirkungen der hormonaktiven Tumore ergeben sich aus den Wirkungen der einzelnen Hormone. Bei Prolactin beobachtet man Galactorrhoe, bei den aus dichten Granula und azidophilen HGH-produzierenden (HGH=Human Growth Hormon, Somatotropin) Zellen eine Akromegalie, ACTH-produzierende Adenome mit basophilen Zellen einen Morbus Cushing.

Therapeutisch können insbesondere Prolactin-produzierende Adenome mit dem Dopaminagonisten Bromocriptin behandelt werden. Die Tumore fibrosieren und können gelegentlich schrumpfen, bei Absetzen der Therapie wachsen sie jedoch weiter. Alternativ ist eine chirurgische Resektion des Tumors möglich. Dabei geht man transsphenoidal vor, nur bei größeren Tumoren führt man eine Kraniotomie durch.

Differentialdiagnostisch muss bei der Lokalisation des Tumors an ein metastasierendes Karzinom, ein Lymphom, Meningeom oder ein Paragangliom gedacht werden.

Radiologische Klassifikation:

  • Grad 0: Kleiner Tumor innerhalb der Hypophyse
  • Grad I: Geringradige Ausbeulung bei intaktem knöchernem Boden der Sella turcica
  • Grad II: Boden intakt, Sella mehr als 10mm vergrößert (nicht-invasiv)
  • Grad III: Teilweise Zerstörung des knöchernen Bodens mit Vordingen des Tumors in den Sinus sphenoidalis (invasiv)
  • Grad IV: Vollständige Zerstörung des Bodens mit diffuser Infiltration des Sinus.

Extraselläre Ausbreitungen nach oben werden je nach Vordringen in symmetrische (A-C) und asymmetrische (D+E) Erweiterungen klassifiziert.

Immunhistochemische Klassifikation:

  • Prolactinom (Prolactin, PRL produzierendes Adenom) 30 % der Fälle
  • Wachstumshormonproduzierendes (HGH) Adenom 10 - 20 %
  • Mammosomatotrophes Adenom (HGH+PRL)
  • Azidophiles Stammzelladenom
  • Kortikotrophes Adenom (ACTH) 10 %
  • Gonadodtrophes Adenom (FSH-LH) 10 %
  • Tyreotrophes Adenom (TSH) 1 %
  • Plurihormonales Adenom
  • Null-Zell-Adenom / Onkozytom (mitochondrienreich)


Weblinks

Deutsche Hirntumorhilfe e.V.

Quellenhinweis: Basis dieses Artikels ist ein Aufsatz aus WIKIPEDIA, der freien Enzyklopaedie. Diesen Artikel sowie Autorenhinweise finden Sie unter folgendem Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Hypophysenadenom“

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