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Die Katatonie (v. griech. κατατονία Erschlaffung“) ist ein psychomotorisches Syndrom, das v. a. bei katatoner Schizophrenie vorkommt, aber auch bei sonstigen Gehirnerkrankungen, Stoffwechselstörungen, Einwirkung von Alkohol und anderen Drogen und bei schwerer Depression.
Die katatone Schizophrenie, eine Unterform der "Gruppe der Schizophrenien" (Eugen Bleuler, 1911) geht mit Störungen der Motorik einher, die zwischen den Extremen Erregung und Passivität alternieren können:
Stupor (Starre des ganzen Leibes),
Mutismus (beharrliches Schweigen),
bizarre Haltungsstereotypien,
Flexibilitas cerea (wächserne Biegsamkeit, Verharren des Körpers oder seiner Glieder in Haltungen, die von außen aufgezwungen sind).
Negativismus (Widerstand gegenüber allen Aufforderugen oder Versuchen, bewegt zu werden - oder statt dessen Bewegungen, die das Gegenteil der Aufforderung ausführen).
Katalepsie (Beibehaltung einer starren Haltung bei Versuchen, bewegt zu werden).
Die Krankheitsvariante ist aufgrund der fehlenden Wasser- und Nahrungsaufnahme lebensbedrohlich. Die Diagnose wird im Wesentlichen nach dem internationalen Krankheitsverzeichnis ICD-10 gestellt, in den USA nach dem DSM-IV.
Erstbeschreiber: Karl Ludwig Kahlbaum (1828 – 1899), Psychiater und Inhaber einer Privatheilanstalt für Nerven- und Gemütskranke in Görlitz.
Literatur
Kahlbaum, K.: Die Katatonie oder das Spannungsirresein. Eine klinische Form psychischer Krankheit. Berlin: A. Hirschwald 1874, 104 S.