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Morbus Dupuytren - Medizin-News-Lexikon

Morbus Dupuytren

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Morbus Dupuytren am Ringfinger der rechten Hand
Morbus Dupuytren am Ringfinger der rechten Hand

Der Morbus Dupuytren (MD) ist eine gutartige Erkrankung des Bindegewebes der Handinnenfläche (Palmar-Aponeurose). Seit dem Jahr 1832, in dem Baron Guillaume Dupuytren (1777-1835) die nach ihm benannte Erkrankung in Paris vorstellte, sind über 170 Jahre vergangen, die auslösende Ursache konnte jedoch bis heute nicht gefunden werden. Der Morbus Dupuytren zählt zum Kreis der Fibromatosen: Charakteristisch für die Erkrankung ist das Auftreten von Knoten und Strängen an der Innenfläche der Hand. Meist sind der vierte und fünfte Fingerstrahl betroffen. Ein schubweiser, über mehrere Jahre dauernder Krankheitsverlauf ist typisch. Zugkräfte können an den Bindegewebsfasern der Knoten und Stränge schließlich zu Beugekontrakturen (Einziehungen mit Versteifung) der Fingergrund- und Mittelgelenke führen.

Der Morbus Dupuytren tritt meist im mittleren Lebensalter auf, bei Männern typischerweise früher als bei Frauen. Man schätzt, dass ca. 20 % der 30- bis 50-Jährigen (und hier Männer zwei- bis achtmal häufiger als Frauen) und 40 % der 80-Jährigen in der Bevölkerung (in diesem Alter Männer und Frauen dann etwa gleich häufig) betroffen sind. Die Dupuytren'sche Kontraktur tritt überwiegend in Mittel- und Nordeuropa sowie in Nordamerika, dagegen seltener in Afrika und Asien auf. In neuerer Zeit sind auch einige Fälle aus Japan und China berichtet worden. Die Prävalenz beträgt in den westlichen Industrieländern insgesamt 1 bis 3 % und ist in Frankreich, Irland und Schottland mit ca. 17 % am höchsten. In Deutschland schätzt man die Gesamtzahl der MD-Patienten auf 1,3 bis 1,9 Millionen.

Der natürliche Verlauf der Dupuytrenschen Kontraktur ist dadurch gekennzeichnet, dass die zunächst tastbare, knotige oder strangartige Verhärtung über 5 bis 6 Jahre unverändert bleiben kann. Danach kommt es jedoch durch die an den Strängen einsetzenden Schrumpfungsprozesse zu einer Verkürzung der Bindegewebsfasern der Handinnenfläche und als Folge zu einer Fingerkontraktur. In der Regel wird erst in diesem fortgeschrittenen Stadium an eine Behandlung, namentlich an die Operation gedacht.

Ähnliche und wohl verwandte Krankheiten sind der Morbus Ledderhose, d. h. die entsprechende Erkrankung an Innenseite der Füße (Plantar-Aponeurose), und möglicherweise die Penisverkrümmung, auch Morbus Peyronie oder Induratio penis plastica genannt. Gelegentlich werden auch symptomatisch ähnliche Wucherungen an der Bauchwand (Fasciitis nodularis) mit dem Morbus Dupuytren in Verbindung gebracht. Differentialdiagnostisch sind die Dupuytrenschen Kontrakturen von der Kamptodaktylie zu unterscheiden.

Therapie: Konservative Maßnahmen, wie Salbenverbände, Medikamente, Krankengymnastik oder Massagen haben keine Aussicht auf Erfolg. Eine mögliche Behandlung besteht in der operativen Entfernung des gesamten befallenen Gewebes. Es sollte hierbei nicht zu früh operiert werden sondern erst, wenn es bereits zu beginnenden Streckbehinderungen der Finger (etwa ab 45°) gekommen ist oder wenn Schmerzen bestehen. Weitere Optionen sind die Nadelfasziotomie (auch Fibrosenperforation genannt) und - insbesondere im Frühstadium - die Strahlentherapie.

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Quellenhinweis: Basis dieses Artikels ist ein Aufsatz aus WIKIPEDIA, der freien Enzyklopaedie. Diesen Artikel sowie Autorenhinweise finden Sie unter folgendem Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Morbus_Dupuytren“

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