aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
 |
Dieser Artikel oder Abschnitt weist inhaltliche Lücken auf.
Hilf Wikipedia, indem du die fehlenden Informationen recherchierst und einfügst!
|
Als Mykose bezeichnet man eine Infektionskrankheit durch Pilze als Parasiten im lebenden Gewebe. Die Erreger können Myzelpilze und Hefen sein.
Die Mykosen lassen sich einteilen in oberflächliche Mykosen – dazu gehören z. B. bei Tieren Mykosen der Haut (verursacht durch Dermatophyten = Hautpilze), der Nägel und der Schleimhäute – sowie systemische Mykosen.
Zur allgemeinen Systematik möglicher Infektionswege siehe Infektion und Infektionsweg.
Mykosen bei Menschen
Oberflächliche Mykosen
Mykosen der Haut
Bei Menschen werden Mykosen der Haut (Dermatomykose), der Haare oder der Nägel mit gesundem Immunsystem meistens durch Dermatophyten hervorgerufen. Diese Pilze, die meist der Abteilung der Ascomyceten angehören oder Anamorphe (Fungi imperfecti) sind, werden indirekt über Hautschuppen von Mensch zu Mensch übertragen. Sie können chronische Hautmykosen an allen Körperteilen verursachen. Der wissenschaftliche Name dieser Mykosen lautet Tinea“, gefolgt von dem lateinischen Namen des befallenen Körperteils. Auch Dermatophyten, die von Tieren oder seltener aus dem Boden übertragen werden, können akute Mykosen (Dermatophytose oder Dermatophytie) verursachen.
Besonders häufig ist Tinea pedis (Fußpilz“), bei der der Erreger beim Barfußgehen in Schwimmbädern oder gemeinsam benutzten Badezimmern übertragen wird.
Mykosen der Schleimhäute
Auch die Schleimhäute in Mund, Nase, Rachen, Verdauungstrakt und Geschlechtsorganen können von Mykosen befallen sein. Bei Menschen mit gesundem Immunsystem treten Mykosen der Schleimhäute jedoch allenfalls an den Geschlechtsorganen auf (siehe Vaginale Pilzinfektion).
Mykosen der Schleimhäute werden meist durch Pilze der Gattung Candida hervorgerufen, insbesondere durch Candida albicans. Candida albicans und andere Candida-Arten sind anamorphe (imperfekte) Sprosspilze, die bei vielen Menschen auf den Schleimhäuten des Verdauungstrakts vorkommen (z. B. Zunge). Eine solche Erkrankung ist fast immer ein Zeichen eines geschwächten Immunsystems und man bezeichnet deshalb diese Pathogene als Schwächeparasiten“. Diese Mykose stellt sich auf den Schleimhäuten als weißer Belag mit umgebender Rötung dar, was als Kandidose oder als Soor bezeichnet wird (weitere Informationen siehe dort).
Systemische Mykosen
Systemische Mykosen werden auch als Systemmykosen bezeichnet (auch der Anglizismus invasive“ Mykosen scheint sich einzubürgern). Beim Menschen handelt es sich dabei um Mykosen, bei denen der Erreger – meist über die Lunge - in den Blutkreislauf gelangt ist und innere Organe befallen hat. Systemische Mykosen des Menschen sind äußerst ernsthafte Erkrankungen, die sehr schwer zu beherrschen sind und zum Tod führen können. Sie befallen normalerweise ausschließlich Menschen mit einem sehr geschwächten Immunsystem, wie z. B. Patienten nach einer Operation, nach einer Transplantation, nach einer Chemotherapie oder Patienten mit Immunschwächekrankheiten wie z. B. AIDS. Dies bezeichnet man als opportunistische“ Infektion, weil der Erreger sozusagen die gute Gelegenheit ausnutzt“. Erreger sind beispielsweise Cryptococcus neoformans und verschiedene Aspergillen.
Zu den systemischen Mykosen zählen aber auch die von so genannten primär pathogenen“ Pilzen verursachten Mykosen. Dabei handelt es sich um Pilze, die auch bei Menschen mit weitgehend gesundem Immunsystem schwere systemische Mykosen verursachen können, z. B die Blastomykose oder die Histoplasmose. Diese Erreger kommen in Europa aber durchweg nicht vor.
Diagnose
Die Diagnose von Mykosen erfolgt normalerweise durch Entnahme von Proben und anschließende Aufzucht (Kultivierung) des Erregers. Diese Kultivierung ist notwendig, um den Erreger zu identifizieren, dauert aber oft sehr lange und ist schwierig. Aus diesem Grund kann (und darf) mit der Behandlung meist nicht gewartet werden, bis der Erregertyp eindeutig feststeht. Der Arzt muss sich vielmehr auf sein Gefühl“ verlassen bzw. Breitband-Antimykotika anwenden, was natürlich wiederum die Bildung von Resistenzen begünstigt.
Wichtig ist auch, dass mit dem behandelnden Arzt vereinbart wird, dass die Kultur nach der Typbestimmung nicht vernichtet wird. Diese wird noch benötigt um die Resistenzen der Kultur gegen Antimykotica zu bestimmen und damit die Wahl des Präparates zu erleichten. Leider "vergessen" selbst Dermatologen, häufig aus Kostengründen, die Resistenzbestimmung, und behandeln mit, auch den Körper stärker belastenden Breitband-Antimykotika.
Therapie
Zur Therapie stehen Antimykotika zur Verfügung. Bei Mykosen der Haut werden sie als Creme oder Salbe lokal auf die Haut aufgetragen.
Bei Mykosen der Schleimhäute wird das Antimykotikum – je nach der befallenen Schleimhaut - in Form von Salben, Lutschtabletten, Säften oder Zäpfchen an den Zielort gebracht. Dabei sollten vor allem Antimykotika verwendet werden, die nicht in den Blutkreislauf gelangen, um die Nebenwirkungen gering zu halten. Eine systemische Behandlung – d.h. eine Behandlung mit Antimykotika, die in den Blutkreislauf gelangen – sollte nur angewendet werden, wenn die lokale Therapie nicht wirkt.
Bei systemischen Mykosen müssen die Antimykotika meist intravenös verabreicht werden. In diesem Fall sind sie aber relativ toxisch, d. h. sie sind mit schädlichen Nebenwirkungen verbunden und können – je nach dem verwendeten Präparat - Leber und Nieren schädigen. Azolderivate (Fluconazol, Itraconazol) können auch in Tablettenform angewendet werden, da sie über den Verdauungstrakt in den Blutkreislauf gelangen.
Mykosen bei Tieren
Mykosen bei Pflanzen
Siehe Pilzkrankheit
Mykosen bei anderen Lebewesen
Weblinks