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Die Neuromyelitis optica (auch Devic-Syndrom) ist eine autoimmun bedingte entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems mit Demyelinisierungen, bei der zumeist innerhalb weniger Monate (meist < 2 Jahre) nacheinander oder gleichzeitig sowohl eine Entzündung mindestens eines Sehnerven (Neuritis nervi optici) als auch eine Entzündung des Rückenmarkes (Myelitis) auftritt.
Als mögliches molekulares Ziel der Autoimmunantikörper ist Aquaporin-4, ein Wasserkanal der Zellmembran, in der Diskussion.
Epidemiologie
Die Erkrankung ist selten (ca. 1 % der demyelinisierenden Erkrankungen). Es wird kontrovers diskutiert, ob die Neuromyelitis optica eine Sonderform der Multiplen Sklerose oder eine eigenständige Erkrankung darstellt.
Krankheitszeichen
- Sehstörungen bis hin zur Erblindung (Amaurosis) eines Auges oder beider Augen innerhalb von Stunden bis Tagen
- Querschnittsyndrom mit teilweise aufsteigender Symptomatik (z.B. Sensibilitätsstörungen, Schwäche/Lähmung der Extremitäten, Blasenstörungen u.a.)
Diagnose
Die Diagnose ist zunächst klinisch, also anhand von Anamnese und neurologischer Untersuchung zu stellen. Zur Sicherung der Diagnose sind Liquorpunktion und MRT notwendig sowie evozierte Potentiale und ggf. eine Elektromyographie/-neurographie sinnvoll.
Eine sichere Abgrenzung von der Multiplen Sklerose ist zum Beginn der Erkrankung nicht immer möglich. Entwickelt ein Patient im Verlauf zusätzlich Symptome, die auf eine Beteiligung des Gehirnes rückschließen lassen, so stellt dies die Diagnose in Frage.
Verlauf und Therapie
Die Erkrankung verläuft oft mit nur einem einzigen Krankheitsschub (monophasisch), kann aber auch in mehreren Schüben oder chronisch fortschreitend ablaufen. Histologisch finden sich Entmarkungsherde (ähnlich denen bei der MS), die sich oft gut zurückbilden. Daneben kommen aber auch Schäden durch Gewebsuntergang (nekrotisierende Schädigung) mit bleibendem Schaden vor.
Die Behandlung erfolgt immunsuppressiv, meist mit Azathioprin und Cortison. Differenzierte Studien liegen nicht vor.
Historie
Als Erstbeschreiber gilt Clifford Albutt (1870). Etwa 20 Jahre später bemühten sich Eugène Devic sowie sein PhD. Schüler Fernand Gault um eine Systematisierung der Erkenntnisse, weshalb die Erkrankung auch Devic-Syndrom genannt wird.
Literatur
- Erich Schmutzhard: Entzündliche Erkrankungen des Nervensystems. Thieme 2000, ISBN 3131259612
Weblinks