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Oroya-Fieber - Medizin-News-Lexikon

Oroya-Fieber

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Das Oroya-Fieber (Carrión-Krankheit) ist eine Erkrankung, welche durch das Bakterium Bartonella bacilliformis hervorgerufen wird. Das Bakterium wird von Mensch zu Mensch durch einen Vektor (Sandfliege Phlebotomus (Lutzomyia)) verrucarum übertragen. Die Krankheit ist bedingt durch das Vorkommen des Vektors auf den westlichen Abhängen der Anden oberhalb von 800 m Höhe in Peru, Ecuador, und Kolumbien vorkommend. Das Bakterium lebt primär in Erythrocyten, sekundär kommt es zu einer Kolonialisierung der Milz und anderer Organe. Einziges bekanntes Reservoir ist der Mensch. Das Oroya-Fieber gehört zur Gruppe der Bartonellosen.

Krankheitsverlauf

  • 16-22 Tage für hämolytische Form der Bartonellose: Oroya-Fieber. Hohes Fieber, Lymphknotenschwellungen, Hepatosplenomegalie, schwere Hämolyse durch Destruktion der Erythrocyten. Es folgt eine Phase ausgeprägter Immunsuppression (verlief früher ohne Antibiotika-Gabe meist tödlich, vor allem wegen Sekundärinfektionen)
  • 2-4 Monate später (ohne Antibiotika Gabe) entwickelt sich das Hauptstadium dieser Bartonellose, die so genannte Verruga peruana (Peru-Warze). Dieser Zustand hält meist einige Monate an bevor er spontan abheilt.

Historisches

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann der amerikanische Unternehmer Henry Meiggs mit dem Bau der höchsten Eisenbahn der Welt: über die peruanischen Anden von Lima nach Oroya in bis zu 5000 m über dem Meeresspiegel. Man hatte auf die Möglichkeit gehofft riesige Bodenschätze zu heben. In ganz Peru und Chile wurden Arbeiter angeworben, um den Bahnbau zu unterstützen. Im Jahre 1869 verließ die Strecke das Tiefland und erreichte entlang des Rimac-Flusses eine Höhe von 1000 m. Tausende von Bahnarbeitern lebten unter schlechtesten hygienischen Verhältnissen. In den Massenunterkünften trat eine völlig neuartige Erkrankung auf. Die Arbeiter litten zuerst an hohem Fieber, bevor Tausende von ihnen an schweren Anämien (Blutarmut) und aufgrund von Sekundärinfektionen wie Miliartuberkulose, Shigellosen und Salmonellosen verstarben. Die Krankheit war in dieser Region jedoch alles andere als neu.

Schon im Jahre 1540 berichtete der Militärberichtserstatter von Francisco Pizarro Valdizan von einem Ausbruch einer Krankheit unter den Soldaten, die mit hohem Fieber begann und den Überlebenden nach einiger Zeit blutgefüllte Warzen entstehen ließ. Das war die schriftlich älteste Überlieferung im Zusammenhang zwischen der fiebrigen Erkrankung (Oroya-Fieber) und den Peru-Warzen.

Jedoch zierten die Warzen nicht nur bildhafte Darstellungen von Menschen auf Töpfereien und Stelen, sondern sogar präkolumbische Mumien.

Diese Kenntnisse gerieten in Vergessenheit, sodass die Krankheit 1915 von Strong bei einer wissenschaftlichen Expedition der Harward-Universität neu beschrieben wurde, unter dem Namen Oroya-Fieber.

Weblinks

Quellenhinweis: Basis dieses Artikels ist ein Aufsatz aus WIKIPEDIA, der freien Enzyklopaedie. Diesen Artikel sowie Autorenhinweise finden Sie unter folgendem Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Oroya-Fieber“

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