Medizin-Lexikon online
0
0
0
0

Alle Krankenhäuser
und Rehakliniken:
Adressen und Infos!

Zur Liste der Fachbegriffe Artikel-Infos
   

Papillärer Tumor der Pinealisregion - Medizin-News-Lexikon

Papillärer Tumor der Pinealisregion

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der papilläre Tumor der Pinealisregion, kurz auch PTPR, ist ein Hirntumor, der vermutlich von spezialisierten Ependymzellen des Subcommissuralorgans ausgeht. Papilläre Tumoren der Pinealisregion sind an der Rückwand des dritten Ventrikels gelegen und stehen in enger räumlicher Beziehung zur Zirbeldrüse (Glandula Pinealis). Es handelt sich um einen seltenen Hirntumor; nach der Erstbeschreibung im Jahr 2003 [1] sind jedoch bereits 38 Fälle publiziert worden. In der ganz überwiegenden Mehrzahl sind Kinder und junge Erwachsene betrofffen.[2] Ein Zusammenhang mit einer erblichen Erkrankung ist nicht bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Klinische Manifestationen

Kernspintomographie. Papillärer Tumor der Pinealisregion bei einem 18-jährigen Patienten (sagittale T1 gewichtete Aufnahme nach Kontrastmittel)
Kernspintomographie. Papillärer Tumor der Pinealisregion bei einem 18-jährigen Patienten (sagittale T1 gewichtete Aufnahme nach Kontrastmittel)

Aufgrund ihrer typischen Lage behindern papilläre Tumoren der Pinealisregion häufig den Fluss der Cerebrospinalflüssigkeit, was zu einer Erhöhung des Hirndrucks führen kann. Kopfschmerz, Übelkeit und Erbrechen sind unspezifische Symptome. Durch Druck des Tumors auf die Vierhügelplatte treten nicht selten Störungen der Okulomotorik mit Doppelbildern auf (Parinaud-Syndrom). In der Kernspintomographie stellen sich papilläre Tumoren der Pinealisregion als kontrastmittelanreichernde Raumforderungen dar.

Pathologie

Immunhistochemie. Expression von Zytokeratin (Klon KL1) in einem papillären Tumor der Pinealisregion. Immunhistochemie. Originalvergrößerung 1:200
Immunhistochemie. Expression von Zytokeratin (Klon KL1) in einem papillären Tumor der Pinealisregion. Immunhistochemie. Originalvergrößerung 1:200
Immunhistochemie. Fehlende Expression des Epithelialen-Membran-Antigens (EMA) in einem papillären Tumor der Pinealisregion. Originalvergrößerung 1:200
Immunhistochemie. Fehlende Expression des Epithelialen-Membran-Antigens (EMA) in einem papillären Tumor der Pinealisregion. Originalvergrößerung 1:200

Histologisch handelt es sich um einen neuroektodermalen Tumor, der mit einem papillären Aufbau ein epithel-ähnliches Aussehen hat. Die Tumorzellen sitzen häufig mit breiten Fortsätzen den Blutgefäßen auf, so dass der Eindruck plumper Pseudorosetten entsteht. Auch ependymale Rosetten wie bei Ependymomen können vorkommen. Die mitotische Aktivität der Tumorzellen ist meist moderat. Nekrosen sind häufig und können zur Fehldiagnose eines Plexuskarzinoms verleiten. In der Vergangenheit sind papilläre Tumoren der Pinealisregion häufig auch als Plexuspapillom oder papilläres Ependymom fehlinterpretiert worden. Das immunhistochemische Expressionsprofil (kräftige häufig punktförmige Expression von Zytokeratin bei meist fehlender Expression des Epithelialen-Membran-Antigens (EMA, in Ependymomen positiv) und des Kaliumkanals Kir7.1 (in Plexuspapillomen und Plexuskarzinomen positiv) erlaubt jedoch in den meisten Fällen eine diagnostische Abgrenzung.[3]

Pathogenese

Über an der Pathogenese von papillären Tumoren der Pinealisregion beteiligte Mechanismen gibt es bisher keine Erkenntnisse.

Therapie

Der Tumor wird operativ entfernt. Insbesondere wenn eine vollständige Entfernung nicht möglich ist wird postoperativ eine Bestrahlung duchgeführt. Eine Behandlung sollte möglichst im Rahmen klinischer Studien erfolgen, die sich derzeit (2007) jedoch erst im Planungsstadium befinden.

Prognose

Auch nach vollständiger operativer Entfernung ist die Prognose von papillären Tumoren der Pinealisregion von häufigen Rezidiven geprägt.[2] Die biologische Wertigkeit von papillären Tumoren der Pinealisregion muss deshalb analog zu Grad II-III der WHO-Klassifikation eingeschätzt werden.[2]

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Jouvet A: Papillary tumor of the pineal region. Am J Surg Pathol. 2003;27:505-12. PMID 12657936 (Erstbeschreibung)
  2. ↑ a b c Fevre-Montange M et al.: Prognosis and histopathologic features in papillary tumors of the pineal region: a retrospective multicenter study of 31 cases. J Neuropathol Exp Neurol. 2006;65:1004-11. PMID 17021405
  3. ↑ Hasselblatt M et al. Immunohistochemical profile and chromosomal imbalances in papillary tumours of the pineal region. Neuropathol Appl Neurobiol. 2006;32:278-83. PMID 16640646
Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Quellenhinweis: Basis dieses Artikels ist ein Aufsatz aus WIKIPEDIA, der freien Enzyklopaedie. Diesen Artikel sowie Autorenhinweise finden Sie unter folgendem Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Papill%C3%A4rer_Tumor_der_Pinealisregion“

Lesen hält gesund!
Aktuelle Buchtipps der Redaktion zu den Themen Medizin, Gesundheit und Wellness!
Medikamente bequem bestellen
Online, per Fax oder Telefon verschreibungspflichtige Medikamente bestellen? Kein Problem! Unsere Partnerapotheke steht Ihnen zur Verfügung!
Top nach oben
0
0
0
Die Themen
Akupunktur & Alternatives
Allergie & Asthma
Anti-Aging
Arznei & Pharma
Augen & Brille
Baby & Kleinkind
Depression & Psyche
Diabetes
Entspannung & Schlaf
Ernährung & Diät
Gehirn & Nerven
Haar & Beauty
Haut & Schönheit
Herz & Kreislauf
Hormone
Husten & Schnupfen
Impfen
Infektion
Knochen & Gelenke
Kopfschmerz & Migräne
Krebs & Tumor
Leber & Galle
Lust & Liebe
Magen & Darm
Mund & Zähne
Nase & Ohren
Nerven & Stärkung
Nieren & Blase
Rauchen & Sucht
Rheuma & Gelenke
Schmerz
Sport & Fitness
Stoffwechsel
Venen & Durchblutung
Vitamine & Mineralien
BUCHTIPPS
0

© LOGismOS, Berlin
Seite in 2.69963 sec generiert


Diese Webseite wurde mit PHPKIT Version 1.6.1 erstellt
PHPKIT ist eine eingetragene Marke der Gersöne & Schott GbR - Copyright © 2002-2004