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Unter Pickwick-Syndrom versteht man Krankheitszustände, die durch hochgradige Fettsucht (Adipositas) verursacht werden, weswegen auch die Bezeichnung "Syndrom der Adipösen" gebräuchlich ist. Das Übergewicht führt zu einer fortwährenden Enge der oberen Atemwege ("Stenoseatmung") und zu einer Einengung der Lunge, insbesondere in der Nacht. Es kommt zu alveolärer Hypoventilation am Tage, die in einer primären Hyperkapnie sichtbar wird. Der Sauerstoffmangel folgt der verminderten Atmung. Aufgrund der begleitenden schlafbezogenen Atmungsstörung bleibt die Erholsamkeit des Nachtschlafes aus und es kommt aufgrund der Tagesmüdigkeit zu anfallsartigen Schlafzuständen, wie beim Schlafapnoe-Syndrom. Wegen der Belastung des kleinen Kreislaufes (Herz-Lunge) im Rahmen des Euler-Liljestrand-Mechanismus kommt es zu Blutrückstau vor dem Herzen und so zu Ödemen (Gewebswassersucht, krankhaft vermehrte Wassereinlagerung in Geweben).
Benannt ist die Erkrankung nach der Romanfigur des "fetten Jungen" Joe Joseph in Charles Dickens "Die Pickwickier", der durch seine Schläfrigkeit und zugleich durch seinen ungeheuren Appetit auszeichnet. Bezeichnend ist eine Szene aus Kapitel 5: "Der fette Junge erwachte, öffnete die Augen, würgte das ungeheure Stück Taubenpastete hinunter, an dem er gerade gekaut hatte, als ihn der Schlaf übermannt".
Das Pickwick-Syndrom wird heute eher als "Obesitas-Hypoventilationssyndrom" bezeichnet.