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Scharlach (Krankheit) - Medizin-News-Lexikon

Scharlach (Krankheit)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Scharlach ist eine akute Infektionskrankheit, die vor allem im Kindesalter auftritt.

Inhaltsverzeichnis

Ursache

Scharlach wird durch β-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A ausgelöst (v.a. Streptococcus pyogenes). Diese müssen einen Bakteriophagen besitzen, der für die Produktion des Scharlach-Toxins verantwortlich ist. Ansonsten kommt es nur zu einer banalen eitrigen Mandelentzündung. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfchen- und Kontaktinfektion über Mund und Rachen. Auch über offene Wunden kann der Erreger übertragen werden (Wundscharlach). Viele Gesunde tragen unbemerkt den Keim in sich und sind die primäre Infektionsquelle.

Symptome

Die Krankheit beginnt nach einer Inkubationszeit von zwei bis vier Tagen mit Fieber, Schüttelfrost, Erbrechen und einer Rachenentzündung. Der Rachen ist typischerweise tiefrot und die Gaumenmandeln sind geschwollen. Es kommt zu Schluckschmerzen und Schwellung submandibulärer Lymphknoten. Die Zunge ist zunächst weiß belegt, später lösen sich die Beläge und die Zunge erscheint glänzend rot mit hervorstehenden Geschmacksknospen. Dies wird als Erdbeer- oder Himbeerzunge bezeichnet.

Nach ein bis vier Tagen zeigt sich der charakteristische Ausschlag mit nicht juckenden, dicht beieinander stehenden, stecknadelkopfgroßen, intensiv rotgefärbten leicht erhabenen Flecken. Bevorzugte Stellen sind die Achseln und die Leisten, es kann aber auch der ganze Körper befallen und mit Juckreiz sein, allerdings bleibt das Mund-Kinn-Dreieck frei. Diese periorale Blässe wird auch als Milchbart bezeichnet. Etwa 14 Tage nach Beginn kann es zu einer ebenfalls charakteristischen Schuppung der Haut an den Finger- oder Zehenkuppen oder auch an den gesamten Handflächen und Fußsohlen kommen. Dadurch lässt sich manchmal die Diagnose auch noch im Nachhinein stellen.

Himbeerzunge mit weißem Belag
Himbeerzunge mit weißem Belag

Behandlung

Scharlach spricht gut auf eine Behandlung mit Penicillin, einem der ältesten Antibiotika, an. Wegen des erhöhten Risikos von Komplikationen bei unbehandelten Verläufen sollte diese Therapie auch konsequent für zehn Tage durchgeführt werden. Daneben gehören zur Behandlung symptomatische Maßnahmen, wie Fiebersenkung, Linderung der Schluckbeschwerden durch Gurgeln oder lokal schmerzstillende Lutschtabletten.

Geschichte

Scharlach war und ist eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten, die der Mensch im Laufe seiner Geschichte erleben musste, auch in der Literatur versterben oft Romanfiguren an dieser heimtückischen Erkrankung.

Um 1830 entstanden die Kindertodtenlieder des Dichters Friedrich Rückert, nachdem zwei seiner Kinder an Scharlach verstarben.

Seit rund zwanzig Jahren sind auch penicillinresistente Variationen dieser Streptokokken dokumentiert, und speziell in den Schwellenländern im Osten ist der Scharlach wieder regelmäßig epidemisch im Vormarsch.

Komplikationen

Als Komplikationen gefürchtet sind vor allem die sogenannten Streptokokken-Nacherkrankungen: Die Poststreptokokken-Glomerulonephritis und das rheumatische Fieber. Dabei handelt es sich um immunologische Erkrankungen durch die Abwehrreaktion des Immunsystems gegen die Scharlach-Erreger, die etwa vier bis sechs Wochen nach Erkrankung auftreten können.

Ferner gibt es Hinweise darauf, dass die Streptokokken-Infektion zu neuropsychiatrischen Autoimmunerkrankungen, führen kann. Siehe PANDAS, Tourette-Syndrom, Chorea minor.

Eine Immunität wird nur gegen das Toxin erzeugt, das bei der abgelaufenen Infektion vorherrschend war. Daher sind mehrfache Erkrankungen an Scharlach möglich.

Auch ist in der Umgebung des mit dem Scharlach-Bakterium Streptococcus pyogenes infizierten Patienten/in äußerste Vorsicht bei durch Pilzen geschwächter Haut und mit offenen Wunden geboten – dies gilt auch für harmlose Schürfwunden, da der Erreger das Erysipel verursacht. Dies ist eine gefährliche Infektion der Subcutis.

Weblinks

Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Quellenhinweis: Basis dieses Artikels ist ein Aufsatz aus WIKIPEDIA, der freien Enzyklopaedie. Diesen Artikel sowie Autorenhinweise finden Sie unter folgendem Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Scharlach_%28Krankheit%29“

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