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Unguis incarnatus - Medizin-News-Lexikon

Unguis incarnatus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Ein eingewachsener Zehnagel
Ein eingewachsener Zehnagel

Unguis incarnatus auch Onychocryptosis ist der medizinische Fachausdruck für einen eingewachsenen Nagel. Dabei drückt sich der seitliche Nagelrand tief in die Nagelfalz und führt zu schmerzhaften Beschwerden.

Ein Nagel kann in drei verschiedenen Formen eingewachsen sein, als normaler Nagel, Rollnagel und Zangennagel. Ein Unguis incarnatus betrifft meistens den Großzeh. Eingewachsene Nägel gehören zu den häufigsten Beschwerden. Männer sind häufiger als Frauen betroffen.

Ursachen

Die Ursachen für eingewachsene Nägel sind meist zu enge Schuhe oder falsches Nägelschneiden. Schneidet man den Nagel, wie den Fingernagel, oval, schiebt sich der Nagelrand durch den Druck, dem der Fuß evtl. durch zu enge Schuhe ausgesetzt ist, in das Nagelbett. Das reizt die Haut und es kommt zu einer Entzündung. Weil die Haut verletzt ist, bildet sich Granulationsgewebe, so genanntes "Wildes Fleisch“ (Hautzellen, welche die Wunde wieder verschließen sollen), und wächst über den Nagel, der damit noch tiefer in das Nagelbett eindringt.

Folgeerkrankungen

Durch die Verletzungen der Haut können Bakterien in die Haut gelangen und eine Infektion hervorrufen.

Behandlung

Falls der Nagel erst ein wenig eingewachsen ist, genügt ein regelmäßiges Fußbad mit Kernseife oder einprozentiger Kaliumpermanganatlösung. Nach dem Fußbad sollte man spezielle Salbe, die rezeptpflichtig ist, auf das "Wilde Fleisch" auftragen. Dadurch stirbt das Zuviel an "Wildem Fleisch" ab.

Ist der Nagel noch nicht zu tief in das Gewebe eingedrungen, so kann auch versucht werden durch das Unterschieben von in Isopropanol getränkter Watte den Nagel anzuheben. Dadurch wird der Nagel aus der Wunde herausgetrieben.

Ist der Nagel aber schon (zu) tief eingewachsen, ist ein chirurgischer Eingriff notwendig.

Das wuchernde Granulationsgewebe kann entweder mit Hilfe des Skalpells oder mit der sogenannten Elektrokaustik entfernt werden. Dazu wird ein Gerät verwendet, an dessen Ende eine Nadel, einer Kugel oder eine Schlinge sitzt. Das unter Schwachstrom stehende Gerät erzeugt Hitze, die das Gewebe zerstört. Dieser Eingriff wird unter lokaler Betäubung durchgeführt.

Besteht die Gefahr, dass der Nagel immer wieder einwächst, so ist es sinnvoll, einen Teil davon zu entfernen und eventuell eine chirurgische Nagelbettverkleinerung (Emmert-Plastik oder Nagelkeilexzision) vorzunehmen. Das bedeutet, dass nicht nur der Nagel selbst, sondern auch der Teil des Nagelbetts, aus der der Nagel nachwächst (Nagelmatrix) entfernt wird. Dadurch wird der neu nachwachsende Nagel schmaler, und die Gefahr, dass er wieder einwächst, geringer. Auch Nagelentfernungen werden unter lokaler Betäubung durchgeführt.

Eine andere nichtoperative Behandlungsmethode besteht in der Anwendung einer Nagelspange durch den Arzt oder einen Podologen.

Allgemein handelt es sich bei dem wilden Fleisch um hoch entzündetes Gewebe, das entsprechend empfindlich ist. Daher sollte es ständig durch einen Verband oder Pflaster gegen mechanische Reize oder Verschmutzung von außen geschützt werden. Zusätzlich ist aber auch schon der Wechsel so eines Pflasters eine so große Irritation des Gewebes, dass das schon die Heilung behindern kann. Daher sollte dieser Pflasterwechsel nicht zu oft erfolgen: Falls es die Umstände (Eiterung) erlauben, sollte er auf Abstände von bis zu einer Woche hinausgeschoben werden.

Wenn ein Nagel auch nach einer Behandlung immer wieder einwächst, kann das auch daran liegen, dass der Nagel (im Querschnitt) zu rund geformt ist und rechts und links zu tief ins Fleisch hinabreicht. Dagegen kann ein medizinischer Fußpfleger Abhilfe schaffen, indem in der Mitte des Nagels in Längsrichtung ein Spalt eingeschliffen wird. Der Nagel wird diesen Spalt danach vor allem dadurch wieder zu schließen versuchen, dass die beiden Hälften zusammenstreben und den Nagel so schmaler machen, so dass sie links und rechts nicht mehr so tief ins Fleisch reichen.

Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Quellenhinweis: Basis dieses Artikels ist ein Aufsatz aus WIKIPEDIA, der freien Enzyklopaedie. Diesen Artikel sowie Autorenhinweise finden Sie unter folgendem Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Unguis_incarnatus

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