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Vaginale Pilzinfektion - Medizin-News-Lexikon

Vaginale Pilzinfektion

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Klassifikation nach ICD-10
B37.3+ Kandidose der Vulva und der Vagina
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Pilzinfektionen der Vagina werden fast immer durch den Hefepilz Candida albicans verursacht. Sie werden in diesem Fall auch als Soorkolpitis, Vaginalsoor oder - da oft auch die Vulva mitbetroffen ist - als Vulvovaginitis candidomycetica bezeichnet. In der ICD-10 werden sie unter den Kandidosen (das sind Erkrankungen durch eine Candida-Infektion) mit B37.3 eingeordnet.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen

Pilze gehören zu den ständigen Bewohnern der Vaginalschleimhäute. Unter bestimmten Bedingungen kann sich jedoch eine Art der Pilze (oft der Hefepilz) schnell vermehren und eine Infektion auslösen. Mögliche Ursachen sind geschwächte Abwehrkräfte (z.B. durch Stress), Umstellungen im Hormonhaushalt während der Schwangerschaft, zu enge, luftundurchlässige Kleidung, Geschlechtsverkehr oder auch bestimmte Arzneimittel (dazu gehören auch Antibiotika).

Statistisch gesehen leiden drei von vier Frauen einmal im Leben unter einer vaginalen Pilzinfektion. Ovulationshemmer sollen das Auftreten begünstigen können.

Symptome

Typische Anzeichen der Pilzinfektion sind bei den leichteren Formen Juckreiz, Brennen und Rötung im Genitalbereich sowie ein weißer Ausfluss (Fluor) aus der Scheide. In schwereren Fällen bilden sich auf der Vaginalhaut Soorbeläge, in schwersten Fällen Erosionen. Dabei können sich die Veränderungen auch auf die Vulva und die angrenzenden Hautpartien (Innenseite der Oberschenkel) ausdehnen und dort zu pustulösen oder ekzemartigen Läsionen führen.

Behandlung

Die Behandlung sollte in jedem Fall unter Aufsicht eines Arztes erfolgen. Sie findet heute meist durch Verabreichung von pilzabtötenden Tabletten oder Scheidenzäpfchen (Antimykotika) statt, welche die Infektion nach ein bis zwei Wochen heilen und das natürliche Gleichgewicht der Scheidenflora wieder herstellen.

Des Weiteren sollte sich der Sexualpartner ebenfalls in ärztliche Behandlung begeben.

Die immer noch verbreitete Selbstbehandlung mit säurehaltigen Tabletten, Milchsäurebakterien oder gar handelsüblichem Joghurt ist nachweislich unwirksam und kann zu Verschleppung der Erkrankung führen (Pirotta M, British Medical Journal 2004, 329(7465):548 Abstract). Allerdings helfen diese Methoden nach einer Behandlung mit Antimykotika oder Antibiotika (angezeigt bei bakteriellem Befall), die Scheidenflora rascher zu regenerieren und können somit helfen, einer Neuinfektion vorzubeugen. Es können im Rahmen einer Nachbehandlung auch Döderleinbakterien in Form von Kapseln lokal verwendet werden (Apotheke).

Der pH-Wert der Scheide liegt bei Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 4-4,5.

Zur Vorbeugung von vaginalen Pilzinfektionen empfiehlt sich daher der Verzicht auf jegliche Seifen, Duschbäder, Lotionen, Badezusätze, Intimsprays, Schleimhautdesinfektionsmittel etc. im Intimbereich. Zum Waschen des Genitalbereichs ist klares Wasser zu empfehlen. Auch bestimmte Produkte zur Empfängnisverhütung wie Schaumzäpfchen, Spermienabtötende Cremes können die Scheidenschleimhaut reizen.

Es gibt jedoch spezielle Reinigungslotionen für den Genitalbereich. Diese Lotion hat idealerweise einen pH-Wert von 3,5, welcher durch die Verbindung mit Wasser auf den für die Scheide gesunden Wert von 4-4,5 steigt. Sogenannte pH-neutrale Waschlotionen haben einen pH-Wert von 5,5 und begünstigen damit die Zerstörung der natürlich sauren pilzabwehrenden Vaginalflora. Die Verwendung solcher Waschlotionen ist für den Scheidenbereich zu vermeiden. Das Waschen des Genitalbereichs mit oder auch das Baden in Wasser (pH 7) gilt hingegen als unschädlich.

Es wird empfohlen Baumwollunterwäsche und weite Hosen zu tragen,auf Nylonstrumpfhosen zu verzichten und stattdessen Strümpfe zu verwenden. Am besten zur Prophylaxe geeignet sind weitschwingende Röcke aus Naturmaterialien wie Seide, Baumwolle, Viskose oder Hanf.

Weiters ist wichtig nach dem Stuhlgang von vorne nach hinten zu wischen und zusätzlich mit einem nassen Waschlappen in der selben Richtung zu reinigen.

Es empfiehlt sich vor und nach dem Geschlechtsverkehr zu urinieren und ebenfalls mit einem feuchten Tuch den Genitalbereich von vorne nach hinten zu reinigen. Auch der Partner sollte auf entsprechende Hygiene achten.

Auch bei der Monatshygiene ist auf luftdurchlässige Produkte zu achten, die ohne chemische Zusatzstoffe oder Duftstoffe auskommen. Slipeinlagen sollten während des Rests des Monats nicht getragen werden.

Auch sollte man vermeiden auf Wärmequellen zu sitzen (Sitzheizung im Auto, Wärmeflasche) da auch zu große Hitze die Vaginalflora beeinträchtigen kann.

Siehe auch

Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Quellenhinweis: Basis dieses Artikels ist ein Aufsatz aus WIKIPEDIA, der freien Enzyklopaedie. Diesen Artikel sowie Autorenhinweise finden Sie unter folgendem Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Vaginale_Pilzinfektion“

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