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Wirbelgleiten - Medizin-News-Lexikon

Wirbelgleiten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Klassifikation nach ICD-10
M43.1 Spondylolisthesis
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Ein Wirbelgleiten, auch Spondylolisthesis, Spondylolisthese (v. griech. σπόνδυλος Wirbel“ und ολίσϑησις Gleiten“) oder kurz Olisthese genannt, ist ein Zeichen einer Wirbelsäulen-Instabilität.

Man unterscheidet nach Meyerding (MD) vier Stadien:

  • MD I°: Versatz der Wirbelkörper zueinander um weniger als 25% der Wirbelkörpertiefe,
  • MD II°: Versatz um 25–50%,
  • MD III°: Versatz um 50–75%,
  • MD IV°: Versatz um mehr als 75%. Haben die Wirbel den Kontakt zueinander verloren und gleitet der obere frei nach vorne-unten, spricht man von einer Spondyloptose.
Seitliches Röntgenbild mit Gleiten des 4. und 5. Lendenwirbels
Seitliches Röntgenbild mit Gleiten des 4. und 5. Lendenwirbels

Das obere Bild ist die konventionelle Röntgenaufnahme eines Wirbelgleitens zwischen den Wirbeln 4 und 5 der Lendenwirbelsäule. Der Schweregrad liegt auf der Grenze zwischen dem Stadium 1 und 2. Im Bild rechts oben ist die unterbrochene Interartikularportion zu sehen, ohne diesen Defekt kann es nicht zum Gleiten kommen. Dieser Defekt der Interartikularportion wird Spondylolysis genannt. Das kann angeboren sein, aber auch durch Materialermüdung (= Verschleiß) erworben.

Wirbelgleiten, Stadium 1, im CT
Wirbelgleiten, Stadium 1, im CT

Das untere Bild zeigt die sagittale Rekonstruktion einer annähernd horizontal angelegten CT- Untersuchung der unteren Lendenwirbelsäule. Der obere Wirbelkörper ist gegen den unteren um 7,4 mm verrutscht, das Bandscheibengewebe ist stark degeneriert, deswegen kommt es hier teilweise als schwarzer Fleck zur Darstellung. Der Wirbelkanal ist verengt, hier wird der Duralsack eingeklemmt. Die Verbindung von den Gelenkfortsätzen des unteren Wirbels zum nächsthöheren wird unterbrochen, etwa durch Materialermüdung, Überlastung oder auch durch einen angeborenen Defekt. Dieser Zustand wird Spondylolysis“ genannt. Der obere Wirbel gleitet auf der Bandscheibe bauchwärts ab.

Folgen

Auch wenn beim Wirbelgleiten zunächst oft kaum Beschwerden bestehen, kommt es langfristig zu einer Überlastung der kleinen Wirbelgelenke und zu deren vorzeitiger Abnutzung, die zu Schmerzen führt und als Spondylarthrose bezeichnet wird. Zudem werden die im betroffenen Segment verlaufenden Nervenwurzeln gedehnt, das kann zu Schäden, eventuell auch Ausfällen ihrer Funktion führen. Es können Lähmungen auftreten, die sowohl die Beine als auch die Funktion von Blase und Mastdarm betreffen.

Therapie

Bei leichteren Fällen ist es sinnvoll, durch eine Stabilisation der Muskulatur (Krankengymnastik) den mechanischen Stress im betroffenen Segment zu mindern. Es gibt zudem Rumpforthesen, die stabilisierend angewendet werden können. Bei wesentlichen neurologischen Schäden bleibt nur die operative Stabilisation. Der Operateur muss das Segment nach Möglichkeit reponieren, also dahin zurückbringen, wo es ursprünglich sein sollte und anschließend verblocken (Spondylodese). Das ist ein größerer Eingriff, der üblicherweise von einem bauchwärtigen (ventralen) und einem rückwärtigen (dorsalen) Zugang in zwei zeitlich getrennten Sitzungen durchgeführt wird.




Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Quellenhinweis: Basis dieses Artikels ist ein Aufsatz aus WIKIPEDIA, der freien Enzyklopaedie. Diesen Artikel sowie Autorenhinweise finden Sie unter folgendem Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Wirbelgleiten“

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