Medizin-Lexikon online
0
0
0
0

Alle Krankenhäuser
und Rehakliniken:
Adressen und Infos!

Zur Liste der Fachbegriffe Artikel-Infos
   

Wiskott-Aldrich-Syndrom - Medizin-News-Lexikon

Wiskott-Aldrich-Syndrom

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Das Wiskott-Aldrich-Syndrom ist eine x-chromosomal rezessiv vererbte Erkrankung mit Insuffizienz der Gerinnung und des Immunsystems, die sich charakteristischer Weise in der Symptomentrias Ekzem (Hautausschlag), Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen) und rezidivierende Infektionen äußert. Die Häufigkeit bei männlichen Lebendgeborenen beträgt etwa 1:100.000 bis 1:250.000. Die Lebenserwartung beträgt im Allgemeinen nicht mehr als zehn Jahre.

Inhaltsverzeichnis

Ursache

Mutationen im so genannten Wiskott-Aldrich-Syndrom-Gen (Abk. WAS-Gen, Genlokus Xp11.23 - p11.22) führen zur Beeinträchtigung der zellulären Signalübertragung. Die Aktinbildung ist eingeschränkt, wodurch die Thrombozytenbildung aus den Megakaryozyten vermindert ist.

Symptome

Bereits kurz nach der Geburt treten als Folge der Thrombozytopenie beim Neugeborenen erste punktförmige (petechiale) Blutungen auf, gastrointestinale und intrakranielle Blutungen kommen in späteren Jahren hinzu. Das typische, einer atopischen Dermatitis ähnliche Ekzem entwickelt sich ebenfalls in den ersten Lebenstagen.

Während die T-Zell-Immunität zu Beginn noch normal ist, ist die humorale Immunität bereits im ersten Lebensjahr deutlich vermindert. Die T-Zell-Immunität nimmt in den weiteren Jahren kontinuierlich ab, wodurch die Infektneigung stark ansteigt. Im zweiten Lebensjahr treten erstmals rezidivierende, opportunistische Infektionen wie Lungenentzündungen, Otitiden, Septikämien und Meningitiden auf. Häufige Krankheitserreger sind Pneumokokken, Hämophilus influenzae, Meningokokken und Pneumocystis carinii.

Oftmals leiden die jungen Patienten gleichzeitig an Autoimmunerkrankungen wie Vaskulitiden, Arthritiden und hämolytischer Anämie. Malignome des lymphoretikulären Systems finden sich bei Wiskott-Aldrich-Patienten gehäuft.

Diagnostik

Folgende charakteristische Veränderungen lenken den Verdacht auf ein Wiskott-Aldrich-Syndrom:

  • Die IgM-Antikörper sind erniedrigt, die IgG-Antikörper normal hoch, IgA, IgD und IgE über die Norm erhöht.
  • Im Blutbild findet sich typischerweise eine hochgradige Thrombozytopenie mit kleinen Blutplättchen (niedriges mittleres Thrombozytenvolumen = MPV)
  • Die Impfantikörper sind vermindert
  • Nach dem sechsten Lebensjahr treten erstmals schwere Lymphopenien auf

Die Diagnose wird durch eine molekulargenetische Untersuchung mittels Mutationsanalyse gesichert. Eine pränatale Diagnosestellung ist ebenfalls möglich.

Therapie

Kausale Therapie

Durch eine Stammzelltransplantation kann die Wiederherstellung eines funktionsfähigen Immunsystems erreicht werden. Gentherapeutische Maßnahmen befinden sich bisher noch im Entwicklungsstadium.

Symptomatische Therapie

Die betroffenen Patienten müssen beim ersten Anzeichen einer Infektion frühzeitig aggressiv antibiotisch therapiert werden. Cotrimoxazol wird zur Pneumocystis carinii-Prophylaxe, Penicillin V zur Pneumokokkenprophylaxe eingesetzt. Die fehlenden Immunglobuline können substituiert werden. Bei schweren Blutungen werden Thrombozytenkonzentrate transfundiert.

Weblinks

Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Quellenhinweis: Basis dieses Artikels ist ein Aufsatz aus WIKIPEDIA, der freien Enzyklopaedie. Diesen Artikel sowie Autorenhinweise finden Sie unter folgendem Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Wiskott-Aldrich-Syndrom“

Lesen hält gesund!
Aktuelle Buchtipps der Redaktion zu den Themen Medizin, Gesundheit und Wellness!
Medikamente bequem bestellen
Online, per Fax oder Telefon verschreibungspflichtige Medikamente bestellen? Kein Problem! Unsere Partnerapotheke steht Ihnen zur Verfügung!
Top nach oben
0
0
0
Die Themen
Akupunktur & Alternatives
Allergie & Asthma
Anti-Aging
Arznei & Pharma
Augen & Brille
Baby & Kleinkind
Depression & Psyche
Diabetes
Entspannung & Schlaf
Ernährung & Diät
Gehirn & Nerven
Haar & Beauty
Haut & Schönheit
Herz & Kreislauf
Hormone
Husten & Schnupfen
Impfen
Infektion
Knochen & Gelenke
Kopfschmerz & Migräne
Krebs & Tumor
Leber & Galle
Lust & Liebe
Magen & Darm
Mund & Zähne
Nase & Ohren
Nerven & Stärkung
Nieren & Blase
Rauchen & Sucht
Rheuma & Gelenke
Schmerz
Sport & Fitness
Stoffwechsel
Venen & Durchblutung
Vitamine & Mineralien
BUCHTIPPS
0

© LOGismOS, Berlin
Seite in 2.69963 sec generiert


Diese Webseite wurde mit PHPKIT Version 1.6.1 erstellt
PHPKIT ist eine eingetragene Marke der Gersöne & Schott GbR - Copyright © 2002-2004