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Zahn 46 nach einer Wurzelspitzenresektion und Einfüllung von Knochenersatzmaterial
Die Wurzelspitzenresektion (WSR, auch Apektomie, Wurzelspitzenamputation) ist ein Begriff aus der Zahnchirurgie/Endodontie. Es handelt sich um eine chirurgische Maßnahme,die zur Behandlung einer apikalen (→ Apikal) Parodontitis bzw. einer radikulären Zyste entwickelt wurde. Dabei sollen etwa 3 mm der Wurzelspitze entfernt werden. Eine Wurzelspitzenresektion kann notwendig werden, wenn es trotz einer korrekten orthograd durchgeführten endodontischen Behandlung (Wurzelfüllung) zu einer resorbierenden apikalen Parodontitis (röntgenologisch sieht man eine Aufhellung an der Wurzelspitze) kommt, nach einer endodontischen Behandlung kein Heilungserfolg erzielt werden konnte oder wenn von vornherein aufgrund der Ausdehnung der entzündlichen Veränderung, einer radikulären Zyste oder der anatomischen Besonderheiten (z.B. Wurzelkrümmung, Ramifikationen) eine alleinige konservative Therapie keine Erfolgsaussichten verspricht. Weitere Indikationen sind die Entfernung abgebrochener Instrumente im Wurzelkanal sowie nach Zahnfrakturen im unteren Wurzeldrittel. Eine Wurzelspitzenresektion stellt häufig die letzte Möglichkeit für den Erhalt des Zahnes dar. Falls möglich sollte einer Revision (Entfernen der alten Wurzelfüllung, Desinfektion und neue Wurzelfüllung) der Vorzug gegeben werden. Generell gibt die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kiefernheilkunde Zahnärzten hierzu folgende Empfehlung:
"Ein Verzicht auf eine orthograde Revision und die Entscheidung für einen rein apikalchirurgischen Eingriff ist nur dann sinnvoll, wenn auf orthogradem Wege ein ausreichender Zugang in das endodontische System oder eine Verbesserung des Zustandes auf orthogradem Wege nicht möglich/wahrscheinlich erscheint."
Ungeachtet des aktuellen Stands der Wissenschaft sind im deutschsprachigen Raum Revisionen einer Wurzelbehandlung nach wie vor selten, während sich die Wurzelspitzenresektion weiterhin großer Beliebtheit erfreut. In Ländern wie den USA wird die Revision häufiger durchgeführt, da es dort in vielen Orten Fachzahnärzte für Endodontie gibt.
Technisches Vorgehen
Nach Mobilisierung eines Mukoperiostlappens [Zahnfleischlappen] wird mit einer Kugelfräse unter Kühlung mit physiologischer Kochsalzlösung der Knochen über der Wurzelspitzenregion entfernt [Osteotomie] und der pathologische Befund entsprechend seiner Ausdehnung dargestellt. Das granulomatös entzündliche oder zystische periapikale Gewebe wird entfernt und die Wurzelspitze so weit wie erforderlich gekürzt und geglättet. Am Resektionsquerschnitt wird die Wurzelkanalfüllung auf Dichtigkeit überprüft, ggf. muss die Wurzelkanalfüllung erneuert oder eine retrograde Füllung gelegt werden. Dank verbesserter Operationstechniken (Operationsmikroskop, Ultraschallinstrumente, mikrochirurgisches Instrumentarium) - sind die Erfolgschancen deutlich verbessert worden.
Mit einer Wurzelspitzenresektion einhergehende Operationsrisiken:
- Beschädigung von Nerven (taube Lippe)
- Blutungen
- Verringerte Festigkeit des Zahnes (als Pfeilerzahn für eine Brücke unbrauchbar)
- Eröffnung der Kieferhöhle
- Beschädigung von Nachbarzähnen
Krankenversicherungsrechtliche Aspekte
Die Kosten für die Behandlung mit einem Operationsmikroskop werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. (Stand: Mai 2006)
Siehe auch
Weblinks